Echt jetzt.
Ein Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum. In der Mitte sitzt Joelina, vor ihr ein Stapel Papier. Unter dem Nebentisch versteckt sich Marian mit einem Laubbläser in äußerst unbequemer, gebückter Haltung. Im Bild darf man ihn nicht sehen. Nah genug am Papier muss er trotzdem sein. Hinter mir am Pult steht Fabian und lässt auf mein Kommando die Deckenlichter flackern. Synchron dazu bringt Marian mit einem kurzen, heftigen Windstoß die Blätter und Joelinas Haare zum Fliegen.
Wir drehen die Szene bestimmt dreißig Mal. Ich mache mir allmählich Sorgen um Marians Rücken, rufe aber trotzdem immer wieder: „Noch ein letzter Take.“ Es waren schon viele gute dabei, aber noch nicht der eine. Und plötzlich nehmen die Blätter eine perfekte Flugkurve, zirkeln einmal kreisförmig durch den Raum, bis ein einzelnes Blatt genau mittig vor Joelina auf dem Tisch landet.

Fabian (erstes Foto rechts) und Marian (zweites Foto) verantworten hauptberuflich den Bereich Marke und Marketing beim VfL Bochum 1848. Bei den Trikot-Drehs erweitert sich ihr Kompetenzbereich gelegentlich um Aufgaben, die so nicht in ihrer Stellenbeschreibung standen (Fotos: Dustin Bialas).
Es ist bereits unsere siebte Trikotkampagne in Folge mit dem VfL. Eine Zusammenarbeit über so viele Jahre ist ein Privileg – und gleichzeitig eine Herausforderung. Denn ein Trikot-Launch sollte sich nie nach Routine anfühlen. Mit jeder Kampagne wächst deshalb auch der Anspruch, wieder eine Idee zu finden, die sich ehrlich und neu anfühlt.
Eigentlich haben wir nie Trikotkampagnen gemacht. Das Trikot war jedes Jahr der Anlass, eine Geschichte über den Verein zu erzählen.
Kein Brimborium.
Castroper Straßenfußball.
Verliebt fürs Leben.
Bochum ist nicht die Welt. Aber unsere.
Der schönste Moment einer Kampagne ist, wenn sie einem nicht mehr gehört – wenn ein Claim irgendwann den Spielertunnel ziert oder als Tattoo auf der Haut eines Fans landet. Dann hört Werbung auf, Werbung zu sein. Sie wird gelebte Vereinskultur.
Es gibt Phasen, in denen schreibt der Sport die Geschichten von allein. Und dann gibt es Phasen, in denen sich der Blick wieder auf das richtet, was unabhängig von Ergebnissen Bestand hat. Genau dort begann unsere Suche nach der Idee für die diesjährige Kampagne. Wir wollten, dass sie diesmal schon vor ihrer Veröffentlichung den Fans gehört.
Das neue Trikot lieferte dafür die perfekte Vorlage: Ausgangspunkt des Designs ist das Wappen – auf Herzhöhe. Von dort aus breiten sich dessen Umrisse wie konzentrische Wellen über den gesamten Stoff aus.

Ein Bild, so einfach wie wirkungsvoll. Für uns war schnell klar, dass die Kampagne genau davon erzählen soll: von der Kraft, die vom Wappen ausgeht.
Wer mit offenen Augen durch Bochum geht, begegnet dem Wappen überall. Auf Aufklebern, auf Fahnen, als Graffiti. Jeder Fan verbindet damit etwas ganz Persönliches: den ersten Stadionbesuch, den Aufstieg, die Freunde im Block. Tausende Geschichten, jede für sich einzigartig. Zusammen erzählen sie die Geschichte des Vereins.
Deshalb wollten wir die Kampagne gemeinsam mit den Fans beginnen. Über die Kanäle des VfL riefen wir sie dazu auf, ihre persönlichen Wappenfotos einzureichen. Sie bilden den Ursprung unserer Geschichte.

Unter den Fan-Einsendungen: „Castroper Straßenfußball“ hat längst aufgehört, nur ein Kampagnenclaim zu sein.
Damit stand die zentrale Idee des Films. Das Trikot sollte nicht einfach enthüllt werden. Es sollte entstehen. Zunächst ist nur ein schlichtes, dunkelblaues Shirt zu sehen. Erst wenn die Wappen der Fans das Trikot auf Herzhöhe treffen, verändert sich der Stoff. Von dort breiten sich die Umrisse des Wappens wie eine Pulswelle über das gesamte Trikot aus – und strahlen darüber hinaus in den Raum ab.
Damit war auch klar: Dieser zentrale visuelle Effekt würde den Film tragen – und er durfte sich nicht wie ein Effekt anfühlen. Eine Geschichte, die von tiefer Identifikation erzählt, darf in ihrem entscheidenden Moment nicht künstlich wirken. Der Augenblick, in dem die Wappen auf das Trikot treffen und daraus das Design entsteht, musste sich anfühlen, als würde er tatsächlich passieren.
In der Produktion entschieden wir uns daher bewusst dafür, so viel wie möglich direkt am Set entstehen zu lassen. Wind aus dem Laubbläser, Nebel aus der Nebelmaschine, flackernde Deckenlichter. Alles, was sich physisch erzeugen ließ, sollte auch physisch entstehen.
Nicht, weil praktische Effekte per se besser wären als digitale. Aber sie lassen Raum für Dinge, die man nicht exakt planen kann: kleine Zufälle, echte Wechselwirkungen – Momente, die nur am Set passieren. In der Postproduktion bauten wir darauf auf und ergänzten die Bilder um das, was sich vor der Kamera nicht einfangen ließ.
Praktische Effekte am Set. Digitales VFX-Handwerk in der Postproduktion.
Bei einem Projekt wie diesem drängt sich heute fast zwangsläufig eine Frage auf: Geht das nicht auch einfach per Prompt?
Vielleicht ist die interessantere Frage eine andere. Glaube ich das, was ich sehe? Fühle ich es?
Genau darum ging es uns bei diesem Film:
Die offizielle Trikotpräsentation mit weiteren Infos und Fotos findet ihr auf der VfL-Landingpage – umgesetzt mit unserem Headless-CMS Superkraft Studio.
Dieser Text wurde ohne KI erstellt. Wenn KI eingesetzt wurde, dann um orthographische und grammatikalische Korrekturen vorzunehmen oder um bei bereits existenten Formulierungen Verbesserungen herbeizuführen. Die Gedanken und die Herleitung dieser sind originär. Überprüfbar ist dies z. B. mit dem Tool GPTZero.
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